Lernen auf Distanz

Konzept zum Lernen auf Distanz

 

1. Ausgangslage

Aufgrund der gegenwärtigen Pandemie und der damit verbundenen temporären Schulschließungen in NRW besteht die Notwendigkeit, Unterricht und Lernprozesse anzupassen und neu zu organisieren.
Die besonderen Schutzmaßnahmen können immer wieder dazu führen, dass der Unterricht nicht für alle Schülerinnen und Schüler zur gleichen Zeit am gleichen Ort stattfinden kann. Folgende Fälle sind denkbar:

 

· Ein Schüler/eine Schülerin erkrankt oder muss sich in Quarantäne begeben

· Ein Lehrer/eine Lehrerin erkrankt oder muss sich in Quarantäne begeben

· Eine komplette Klasse/Jahrgangsstufe muss der Schule fernbleiben

· Die komplette Schule wird geschlossen

 

·       Abwesenheit einzelner Schülerinnen und Schüler

 

•       Sind einzelne Kinder für wenige Tage krank oder können durch eine Quarantänemaßnahme nicht am Unterricht der Klasse teilnehmen, bekommen die Kinder ihr Arbeitsmaterial über die Hausaufgabenpaten. Bei erhöhtem Infektionsrisiko wird individuell entschieden. (Posteinwurf durch Lehrerin, Zustellung, Abholung an der Schule)

•       Versäumte Aufgaben sollen nachgearbeitet werden, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen zumutbar ist.

Die Eltern informieren die Schule vor Unterrichtsbeginn über das Sekretariat oder per Mail, wenn ihr Kind nicht am Präsenzunterricht teilnehmen kann (Erkrankung, relevante Vorerkrankungen, Quarantäne).

•       Die Lehrerinnen stehen zu vereinbarten Zeiten für Beratungen, Erklärungen etc. zur Verfügung.

•       Mögliche Kommunikationswege:

–          persönliches Gespräch

–          E-Mail

–          Telefonat

 

 

 

·       Abwesenheit von ganzen Klassen/Schulschließung

 

 

•       Wochenpläne werden auf der Hompage der Schule unter dem Bereich „Lernmaterial Corona“ in einem internen Bereich der einzelnen Klassen bereitgestellt.

•       Die Padlets werden aktualisiert und zur Verfügung gestellt.

•       Das Lernmaterial wird in ausgedruckter Form verteilt.

•       Bei Bedarf besteht das Angebot, digitale Endgeräte auszuleihen.

 

Die Eltern werden über

-        Email

-        die Homepage

-        telefonisch

-        Pressemitteilungen

informiert, wenn das Lernen auf Distanz für Lerngruppen/Schule eintritt.

Die Lehrerinnen stehen über die Dienstmails für Beratungen, Erklärungen etc. zur Verfügung.

Mögliche Kommunikationsformen:

–          persönliches Gespräch (falls möglich)

–          E-Mail

–          Telefonat

Es ist darauf zu achten, dass Ruhe und Erholungszeiten an Wochenenden und am Feierabend für Eltern, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen eingehalten werden.

 

Um Lernerfolge sicherzustellen ist es wichtig, dass die Schüler und Schülerinnen in all diesen möglichen Fällen weiterhin kontinuierlich in den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule eingebunden sind.
Das Lernen auf Distanz verstehen wir daher als Möglichkeit, den fehlenden Präsenzunterricht aufzufangen und den vorgegebenen Lehrplan so weit wie möglich zu erfüllen. Dies gilt auch für Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf bezüglich ihrer individuellen Lernziele. Das vorliegende Konzept beschreibt die Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht, damit die beiden Phasen möglichst sinnvoll und lernförderlich ineinandergreifen können.

 

Der Ist-Stand der Technischen Ausstattung unserer Schule stellt sich folgendermaßen dar (Stand 24.11.2020):

- 24 Laptops im Englischraum

- 16 Laptops (je 2) in den Klassenräumen

- 12 kleine Netbooks

Die Dienstrechner sind eingerichtet und im Einsatz. Die ipads für die Schüler und Schülerinnen, die im Fall eines Lernens auf Distanz an sie ausgegeben werden können, sind von der Gemeinde bestellt, stehen aber der Schule noch nicht zur Verfügung.

Über den Digitalpakt sind Digitale Tafeln für die Klassenzimmer und ipads für die Schüler bestellt.

 

2. Rechtsgrundlage

Für das Schuljahr 2020/21 werden die rechtlichen Grundlagen durch die „Zweite Verordnung zur befristeten Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß § 52 SchulG“ ergänzt. Diese Verordnung schafft für das Schuljahr 2020/21 die rechtliche Grundlage dafür, den Distanzunterricht – sowohl in analoger als auch in digitaler Form – als eine dem Präsenzunterricht gleichwertige Unterrichtsform zu definieren.

 

·       Organisation

Der Distanzunterricht beruht auf einem pädagogischen und organisatorischen Plan.

 

·       Gleichwertigkeit

Der Distanzunterricht ist inhaltlich und methodisch mit dem Präsenzunterricht verknüpft und diesem im Hinblick auf die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden der Schülerinnen und Schüler wie der Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte gleichwertig. (§ 2 Abs. 3)

 

·       Schulpflicht

Die Schülerinnen und Schüler erfüllen ihre Pflichten aus dem Schulverhältnis im Distanzunterricht im gleichen Maße wie im Präsenzunterricht.

 

·       Zusammenarbeit mit Eltern

Die Eltern sind dafür verantwortlich, dass ihr Kind der Pflicht zur Teilnahme am Distanzunterricht nachkommt.

 

3. Organisation

Zur Durchführung des Lernens auf Distanz werden Lernpakete erstellt. Diese werden wöchentlich als Wochenplanarbeit herausgegeben. Zur Anbahnung der Wochenplanarbeit werden ab KW 50 die Wochenhausaufgaben in Form dieses Arbeitsplanes an die Kinder herausgegeben.
Die Inhalte der Lernpakete sind abhängig vom Lernstand einer Lerngruppe. Differenziert wird nach Menge und nach Schwierigkeit.

 

Es wird nach Klassenstufen unterschieden:

· Klassen 1, 2, 3 und 4 pro Tag eine Lerneinheit in den Fächern Deutsch und   Mathematik zusätzlich werden weitere Fächer in den Wochenplan integriert

· In Klasse 3 und 4 wird das Fach Englisch berücksichtigt, Schwerpunkt soll hierbei

   auf der Wiederholung bekannter Themen liegen

 

Zur sachgemäßen Bearbeitung der Lernpakete haben die Schüler und Schülerinnen zwei Schnellhefter (rosa/schwarz), die jeweils im Austausch zu Hause oder zur Kontrolle bei der Lehrkraft sind. Desweiteren haben die Schüler und Schülerinnen zur Bearbeitung der Aufgaben zu Hause einen linierten und einen karierten Collegeblock, oder ein Deutsch- und ein Mathematikheft aus denen die Seiten zum Abheften ausgerissen werden können. Ebenso werden bearbeitete Arbeitsblätter aus den Arbeitsheften (Zebra, Denken und Rechnen, Fredo) herausgetrennt und in die Schnellhefter abgeheftet.

Gerne können die Arbeitsergebnisse der Schülerinnen und Schüler eingescannt und an die jeweilige Klassenlehrerin per E-Mail geschickt werden.


Es ist Aufgabe der Erziehungsberechtigten dafür zu sorgen, dass die Schüler und Schülerinnen die Lernpakete erhalten. Wie im Schulgesetz (§ 42 (4)) verankert, sind die Eltern verpflichtet dafür zu sorgen, dass ihr Kind seine schulischen Pflichten erfüllt.

 

Dazu bietet die Schule folgende Möglichkeiten:

          ·  Material wird über E-Mail/Padlet zur Verfügung gestellt

·  Abholen zu einem festgelegten Termin

In begründeten Ausnahmefällen können Lernpakete per Post versendet, zu einem festen Termin abgeholt oder in Form einer persönlichen Abgabe durch eine Lehrkraft zugestellt werden.

 

 4.    Aufgaben und Materialien

Die Festlegung der Unterrichtsinhalte erfolgt auf der Grundlage der fachlichen Kernlehrpläne und der schulinternen Arbeitspläne. Das Material soll unterschiedliche Anforderungsbereiche ansprechen und sich auf verschiedene, bereits eigeführte Methoden berufen. Die Aufgaben und Materialien orientieren sich an der regulären Stundentafel, Schwerpunkt sind die Kernfächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Englisch.

Der Distanzunterricht kann den Präsenzunterricht in seiner Intensität und seinen Möglichkeiten nicht ersetzen. Gerade bei jüngeren Kindern ist die direkte Beziehung zur Lehrperson und eine gute Beziehungsarbeit eine elementare Grundlage für ein erfolgreiches Lernen.

 

Grundsätzlich gilt:

·       So viel einfache Technik wie möglich, so viel neue Technik wie nötig.

·       So viel asynchrone Kommunikation wie möglich (Pinnwand, Erklärvideos,...), so viel synchrone wie nötig. (Unsere Videokonferenzen finden in Kleingruppen statt und dienen schwerpunktmäßig dem informellen Austausch und der Beziehungsarbeit; individuelle Sprechstunden sind freitags möglich. Jedes Kind nimmt nach einem verlässlichen Stundenplan 2 Mal pro Woche an einer Videokonferenz teil. In Klasse 4 findet zusätzlich morgens um 8 Uhr eine kurze Zoom Konferenz statt, in der der Tagesplan für die Kinder besprochen wird. Wenn Kinder über eine Videokonferenz nicht erreichbar sind, findet der Kontakt entsprechend telefonisch statt. Die Kinder aus den pädagogischen Betreuungsangeboten nehmen von der Schule aus teil.)

·       So viel offene Projektarbeit wie möglich, so viel kleinschrittige Übung wie nötig.

 

5. Rückmeldung

Die Abgabe der bearbeiteten Lernpakete soll wöchentlich im Falle einer Quarantäne  14 - tägig erfolgen. Eine Überprüfung der bearbeiteten Aufgaben erfolgt durch die Lehrkräfte.

Die Schüler und Schülerinnen erhalten anschließend eine Rückmeldung durch die Lehrkraft auf ihrem „Arbeitsplan Distanzlernen“ (siehe Anhang).

Die Rückmeldung stellt eine Form der Interaktion mit den Schülern und Schülerinnen dar und ist somit Teil der Beziehungsarbeit. Sie soll die Aufrechterhaltung von Lernprozessen sicherstellen und alle Schüler und Schülerinnen, insbesondere diejenigen mit schwierigen Lernbedingungen, erreichen. Aus diesem Grund erhalten die Schüler und Schülerinnen auch zusätzlich eine persönliche Rückmeldung über Telefonate und E-Mails.

 

Die Rückmeldung ist einerseits eine Standortbestimmung für die Schüler und Schülerinnen, andererseits kann sie zur Notenfindung dienen. Auch können individuelle Bemerkungen, Impulse, etc. auf dem Arbeitsplan Distanzlernen vermerkt werden, so dass auch ein Austausch mit den Erziehungsberechtigten möglich ist.

 

6. Digitales Lernen

Die Möglichkeit des digitalen Unterrichts für eine gesamte Klasse ist nur dann gegeben, wenn Lehrkräfte und alle Schüler und Schülerinnen über entsprechende digitale Endgeräte und einen funktionierenden Internetzugang verfügen. Dazu werden die Rahmenbedingungen der technischen Ausstattung der Schülerinnen und Schüler weiterhin evaluiert (Anhang).

Im Einzelfall ist digitaler Unterricht über Zoom durchführbar, wenn die zuvor genannten Voraussetzungen gegeben sind. Die Dauer und Häufigkeit des digitalen Unterrichts muss individuell festgelegt werden. Feste Termine dazu werden vorher vereinbart. Erforderlich für ein erfolgreiches Lernen auf Distanz ist ein fester, ungestörter Arbeitsplatz sowie gegebenenfalls Unterstützung. In besonderen Ausnahmefällen werden in der Schule Study Halls bereitgestellt.

Regelmäßig genutzt werden sollen beim Lernen auf Distanz webbasierte Programme wie z.B. Anton und zur mathematischen Förderung der Mathepirat. Die Voraussetzungen hierfür werden im Präsenzunterricht geschaffen.

 

7. Formen der Kommunikation

Die Kontaktaufnahme (z.B. bei Nachfragen) erfolgt über eine Dienst-E-Mail. Die Dienst-E-Mails der Lehrkräfte unserer Schule sind auf der Homepage veröffentlicht. 

         www.ggs-frielingsdorf.de

Zur Erklärung neuer Sachverhalte werden von den Lehrkräften gegebenenfalls kurze Lernvideos empfohlen, z.B. die Angebote der Schulbücher (Zebra, Denken und Rechnen).
Lehrerinnen und Lehrer stehen für Telefongespräche mit den Schülern und Schülerinnen, sowie Erziehungsberechtigten zur Verfügung, die über E-Mail vereinbart werden sollten. Gegebenenfalls kann ein Austausch über die Elternvertreter erfolgen, welche die Aufgabe von Multiplikatoren übernehmen können.

Die Kontaktaufnahme ist auf jeden Fall zeitnah zu suchen, wenn Lernprozesse eines Schülers oder einer Schülerin nicht optimal verlaufen.

Sollte es zu einer Schulschließung oder Teilschließung kommen, findet der soziale Austausch, wenn die technischen Ressourcen gegeben sind, über Zoom statt.

 

8. Präsenz- und Distanzunterricht in Vernetzung

Für den Fall, dass es aufgrund von Personalmangel beziehungsweise der Trennung von Lerngruppen zu einem rollierenden System des Unterrichts kommt, soll der Präsenzunterricht mit dem Lernen auf Distanz verknüpft werden.
Wenn nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten und im Sinne einer Gleichbehandlung nicht allen Schülern und Schülerinnen der gleiche Anteil an Präsenzunterricht gewährleistet werden kann, richtet sich die Schule in Abhängigkeit von den Bedürfnissen der betroffenen Schüler und Schülerinnen nach den vorgegebenen Kriterien des Ministeriums, die über die Höhe des Präsenzanteils entscheiden.

 

·       Alter der Schüler und Schülerinnen

·       Eingangsklassen der Primarstufe

·       Selbstständigkeit der Schüler und Schülerinnen

·       Erfahrungen mit Formaten des Eigenständigen Lernens, Fachinhalte, soziale Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen

·       Besondere Bedarfe etc.

 

Im Präsenzunterricht werden neben der Vermittlung neuer Lerninhalte die Aufgaben für das Lernen auf Distanz vorbereitet und zur Verfügung gestellt. Ebenso erfolgen die Rückmeldung und Leistungsüberprüfung während der Präsenzstunden.
Die Vernetzung von Präsenz- und Distanzunterricht dient im Wesentlichen auch dem sozialen Miteinander und der Beziehungsarbeit, insbesondere für die Schüler und Schülerinnen die aufgrund des Fehlens sozialer Kontakte und mangelnder Unterstützung darin hohen Bedarf haben.

 

 

 

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